Jayanthis Kerzen-Business

Jayanthi hat einen Wunsch. Sie möchte ihren Kindern ein besseres Leben bieten. Sie sind Jayanthis ganzer Stolz. Sie träumt von einer besseren Zukunft für ihre Kinder. Jayanthi hat ihren Traum wahr gemacht, denn sie ist eine kluge Frau mit viel Selbstvertrauen, Willenskraft und dem Glauben an ihre Fähigkeiten. Und sie hatte eine kluge Idee. Aber eins nach dem anderen.

Licht zu haben, ist in dem Slum, in dem die 35-jährige Jayanthi mit ihren drei Kindern lebt, keine Selbstverständlichkeit. Die Versorgung mit Elektrizität ist unregelmäßig und es kommt regelmäßig zu Stromausfällen. Vor einigen Jahren wurde die Familie hierher umgesiedelt, weil sie wie viele andere vorher in einer „wilden Siedlung“ gewohnt hat.

Wo sie wohnt gibt es auch nicht genügend Arbeit für alle. Insbesondere Frauen haben es sehr schwer. Die Jugendliche hängen tagsüber auf der Strasse herum und wissen nicht, was sie mit ihrer Zeit machen sollen. Diejenigen, die Arbeit gefunden haben, müssen weite Wege in Kauf nehmen und arbeiten meist als Haus- und Kindermädchen fernab vom Slum. Dies bedeutet jedoch auch, dass sie keine ausreichende Zeit mehr haben, sich um ihre Familien und Kinder kümmern. Die Frauen im Slum stecken in einem Dilemma und so kommt es, dass viele von ihnen arbeitslos bleiben.

Die ständigen Stromausfälle im Slum sind eines der größten Probleme, unter denen die Bewohner leiden. Ohne Strom und ohne Licht steht das Leben hier still. Jayanthi hat dieses Problem erkannt und über eine Lösung nachgedacht. Ein Unternehmen zu gründen, das Kerzen produziert und sie zu erschwinglichen Preisen an die Slumbewohner verkauft, schien verlässlich und sehr aussichtsvoll. Solange der Slum weiter ohne zuverlässige Stromversorgung blieb, würden Kerzen immer gebraucht. Im Zentrum ihrer Geschäftsidee stand der Vorsatz, Licht für die Bewohner des Slums zu jeder Zeit verfügbar und bezahlbar zu machen und darüber hinaus, den arbeitslosen Frauen eine Chance auf einen Arbeitsplatz in der Kerzenproduktion bieten zu können.

Durch einen Film im Fernsehen erfuhr Jayanthi von ‚Be!Fund‘. Sie fasste sich ein Herz und kontaktierte ‚Be!Fund‘, erzählte von ihrer Idee und bat Be!Fund um Hilfe. Mit ihrer Geschäftsidee hat Jayanthi überzeugt, denn sie bekam die finanzielle Unterstützung, die sie benötigte, um ihr Geschäft zu eröffnen. Am Tag der Eröffnung (es gab wieder einen Stromausfall aber dieses Mal sollte dies ein gutes Zeichen sein), standen die Frauen des Slums vor ihrem Geschäft Schlange, Jayanthis Kerzen zu kaufen.

Nach dem erfolgreichen Launch ihres Unternehmens stiegen jedoch die Preise für Wachs dramatisch und so musste Jayanthi ein weiteres Mal kreativ werden, um ihre so junge Unternehmung nicht in Gefahr zu bringen. Und wieder dachte sie nach und hatte eine neue Idee. Sie kauft gebrauchtes Wachs von den Kerzen in Kirchen auf und recycelt es, in dem sie es mit neuen, wunderschönen Farben versieht und neue Kerzen daraus produziert. Sie erwirbt das Wachs nicht nur zu einem weitaus günstigeren Preis, darüber hinaus profitiert auch die Umwelt von ihrer Idee: Kerzen aus recyceltem Wachs! In einem Quartal recycelt sie rund 400 Kilogramm gebrauchten Wachs und macht daraus rund 500 neue Kerzen.

Heute beschäftigt Jayanthi drei Frauen in der ‚Mary’s Basilica Candle Company‘, sie verdienen umgerechnet 30 US Dollar im Monat. In ihrem Unternehmen haben sie Arbeit gefunden und haben außerdem die Zeit, sich auch um ihre Familien kümmern zu können. Die Menschen im Slum sind stolz auf ihr Geschäft und zollen Jayanthi Respekt! Am Fest der heiligen Maria versammeln sich die Kinder des Slums vor der Tür ihres Geschäfts. Jayanthi verkauft die Kerzen an die Kinder dann zu einem günstigeren Preis – „weil es Kinder sind“, sagt sie. Ich denke sie tut es bestimmt auch als Zeichen ihrer Dankbarkeit. Auch heute hat Jayanthi kein einfaches Leben. Aber es ist heller geworden. Viel heller. Für sie und für ihre Kinder.